Schwangerschaftsgesundheit / Autoimmunerkrankungen

Ausgangspunkt der über 20 jährigen Forschungen und Arbeiten zum Hormon humanes Choriongonadotropin (hCG) von Prof. Dr. H. Alexander, Dr. Gerolf Zimmermann und Kollegen war das immunologische Wunder der Schwangerschaft, bei dem ein weiblicher Organismus neun Monate lang einen Fremdkörper versorgt anstatt ihn als Eindringling zu bekämpfen. Auch wenn dieses Phänomen bis heute vollständig erklärbar ist, deutet vieles darauf hin, dass das hCG eine zentrale Rolle dabei spielt, den Fötus 38 Wochen lang in der Gebärmutter vor dem feindlichen mütterlichen Immunsystem zu verbergen, ohne dass er abgestoßen wird.

Eine wesentliche Entdeckung der Leipziger Forscher ist, dass es zwei verschiedene hCG Varianten gibt: ein hCG der Mutter und ein hCG des Embryos. Diese unterscheiden sich strukturell durch die Peptidkette der Beta-hCG-Untereinheit voneinander, wobei das sog. 6/7er hCG das mütterliche und das sog. 3/5/8er das embryonale hCG ist. Letzteres wird von der Plazenta des Föten aber auch von Karzinomen freigesetzt und wirkt unter anderem als Wachstumshormon. Die Hormonprodukte unterscheiden sich in der Aminosäuresequenz, in den Zuckerseitenketten, der Zellregulation, der Wirkung und Wirkdauer.

Das in Leipzig neu entdeckte mütterliche hCG dagegen ist ein immunprotektives, zelldifferenzierendes und blutgefäßbildendes Hormon, das in der Gebärmutter für den Erhalt der Schwangerschaft essentiell ist. Mit dem neuen mütterlichen hCG wurde ein Biomarker entdeckt, der den aktuellen immunologischen Schutz des ungeborenen Kindes bestimmen lässt.

 

Projekte:

Seit 2012 Entwicklung von monoklonalen Antikörpern und eines Elisa -Testkits basierend auf einem Antikörper für die Detektion von isoform spezifischem hCG

Partner: Translationszentrum Regenerative Medizin (TRM) Universität Leipzig / Prof. Ulrich Sack / Gynäkologisch Onkologisches Labor Universitätsfrauenklinik Leipzig / Dr. Sindy Sohr

Finanzierung: Sächsische Aufbaubank Sachsen / Ferring Arzneimittel GmbH

Seit 2013 Charakterisierung der Zuckerseitenketten des endometrialen/epithelialen hCG als Basis für die Herstellung von Gonadotropin-Präparaten für ihre Anwendung bei Schwangerschaftsstörungen, Autoimmunerkrankungen und in der Transplantationsmedizin

Partner: Gynäkologisch Onkologisches Labor Universitätsfrauenklinik Leipzig / Dr. Sindy Sohr / Universitätsmedizin Charite Berlin / Véronique Blanchard

Finanzierung: Merck Serono GmbH